Wie viel Geld schenkt man?
Übliche Spannen für Hochzeit, Taufe, Konfirmation und Geburtstag — gestaffelt nach deinem Verhältnis zum Beschenkten. Und wie du den Betrag so überreichst, dass er nach Geschenk aussieht.
Vorweg: Verbindliche Beträge gibt es nicht
Wer nach einer festen Zahl sucht, wird enttäuscht — und das ist eine gute Nachricht. Es existiert keine Regel und keine belastbare Statistik, wie viel ein Geldgeschenk „wert“ sein muss. Auch der Knigge nennt keine Summen, sondern verweist auf das persönliche Verhältnis.
Was es gibt, sind eingespielte Spannen. Die folgende Übersicht zeigt, wo sie für die häufigsten Anlässe liegen — bezogen auf eine Person, nicht auf ein Paar.
| Anlass | Übliche Spanne |
|---|---|
| Hochzeit | 20–500 € |
| Taufe und Geburt | 10–150 € |
| Kommunion und Konfirmation | 20–300 € |
| Geburtstag | 10–100 € |
Drei Fragen entscheiden über den Betrag
1. Wie nah stehst du der Person?
Das ist der stärkste Faktor, und zwar auf jedem Fest. Zwischen einem Arbeitskollegen und einem Patenkind liegt schnell das Zehnfache. Die Staffelung ist bei allen Anlässen ähnlich: entfernte Bekannte und Nachbarn am unteren Rand, Freunde in der Mitte, Geschwister und Paten oben, Eltern und Großeltern darüber.
2. Wie groß ist der Rahmen des Fests?
Bei Feiern mit Essen gilt die Faustregel vom Gedeck: Das Geschenk sollte ungefähr das abdecken, was du als Gast kostest. In Deutschland liegt ein Hochzeitsgedeck bei etwa 80 bis 120 Euro pro Person, in der Schweiz 2026 bei 150 bis 300 Franken. Ein Gartenfest mit Kuchen verlangt entsprechend weniger als ein Abendessen im Restaurant.
3. Was ist für dich machbar?
Kein Gastgeber möchte, dass ein Geschenk wehtut. Wenn die üblichen Spannen über deinem Budget liegen, schenke weniger und dafür persönlicher — genau da spielt die Verpackung ihre Rolle, dazu unten mehr.
Region: Stadt, Land, Nachbarland
Regionale Gepflogenheiten schlagen jede Tabelle. In ländlichen Gegenden sind kleinere Beträge üblich, in Städten und wohlhabenderen Regionen wird mehr erwartet. In manchen Dörfern existiert eine ungeschriebene Ortsregel, die alle kennen — dort ist Nachfragen bei Verwandten hilfreicher als jeder Ratgeber.
Die Schweiz liegt nominal deutlich höher als Deutschland und Österreich, weil Löhne und Festkosten höher sind. Franken-Beträge lassen sich also nicht einfach in Euro umrechnen.
Als Paar oder Familie
Wer als Paar eingeladen ist, schenkt in der Regel etwa das Doppelte — nicht ganz, aber deutlich mehr als eine Einzelperson. Kommen Kinder mit, rechnet man sie meist nicht voll mit, sondern legt etwas drauf.
Und wie überreicht man es?
Der häufigste Einwand gegen Geldgeschenke ist, dass sie unpersönlich wirken. Das liegt aber nicht am Geld, sondern am Umschlag. Ein gefalteter Schein — ein Herz, ein Schmetterling, ein Kleeblatt — kostet keinen Cent mehr und verwandelt den Betrag in etwas Selbstgemachtes.
Den Betrag selbst überreicht man übrigens still und ohne Publikum. Die Karte gehört dazu, der Kassenzettel nicht.
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Woher die Zahlen kommen
Zu Geldgeschenken gibt es keine repräsentativen Studien. Die Spannen auf dieser Seite fassen zusammen, was deutschsprachige Ratgeber-, Verbraucher- und Hochzeitsportale 2026 nennen — darunter die Stuttgarter Zeitung, Gelbe Seiten, biallo und die Ratgeberseiten mehrerer Banken. Sie sind als Orientierung gedacht, nicht als Vorschrift.
